Malteser zum Tag der älteren Generation

Interview mit Maria Benkel vom MHD Geseke

Prognosen gehen davon aus, dass im Jahr 2030 jeder zehnte Rentner von Altersarmut betroffen sein wird.

Mit 70 schon alt, mit 80 noch jung

Maria Benkel (Malteser) spricht zum Tag der älteren Generation über die Senioren in Geseke

Der Tag der älteren Generation ist ein internationaler Aktionstag, der Mitmenschen auf die Situation und die Belange der älteren Generation aufmerksam machen soll. In Deutschland wurde dieser Tag 1968 durch die Kasseler Lebensabendbewegung (LAB) ins Leben gerufen. Seitdem wird an jedem ersten Mittwoch im April durch Aktionen und Veröffentlichungen auf die Rolle der Senioren in der Gesellschaft aufmerksam gemacht. In Geseke haben etwa die Malteser ein besonders wachsames Auge, wenn es um die Bedürfnisse älterer Mitmenschen in der Stadt geht. Im Interview mit unserer Zeitung spricht Maria Benkel, die stellvertretende Stadtbeauftragte und Leiterin der Sozialen Dienste der Malteser, über die Situation der Senioren in Geseke.

Ab wann ist man heute eigentlich alt?

Benkel: Das kann man nicht festlegen. Es gibt Menschen, die sind mit 70 alt, andere dagegen sind mit 80 noch jung. Wir teilen die Senioren in drei Klassen ein. Da sind die so genannten Go-Go’s, die noch richtig fit sind, die Slow-Go’s, die noch selber für sich sorgen, aber nicht mehr geben können, und die No-Go’s, die die Hilfe anderer benötigen.

Worauf wollen speziell die Geseker Malteser an diesem Tag aufmerksam machen?

Benkel: Wir möchten das Bewusstsein dafür wecken, dass jeder so lange geben sollte wie er kann, damit er später in Ruhe nehmen kann, wenn er Hilfe benötigt. Die Go-Go’s etwa könnten in unserer Gesellschaft noch viel mehr Hilfe leisten.

Aufmerksamkeit erzeugen ist das eine, handeln das andere. Wie wird den Senioren in Geseke der Lebensabend versüßt?

Benkel: Es gibt unheimlich viele öffentliche und private Angebote. Wir haben zahlreiche Seniorenheime, wir haben die Seniorenfrühstücke. Es gibt ein Demenzcafé, das Betreute Wohnen, Senioren-WGs. Die Malteser bieten zudem einen mobilen Einkaufsdienst, einen Besuchsdienst, den Hausnotruf oder Seniorenreisen an.

Berichten Sie doch mal aus Ihrer alltäglichen Arbeit mit den Senioren: Welche Probleme und Bedürfnisse haben die älteren Mitbürger in der Stadt?

Benkel: Zunächst zu den Problemen: Auch in Geseke beobachten wir, dass immer mehr Senioren kaum mit dem Geld auskommen. Die Renten sind oft sehr klein, besonders bei Frauen. Das darf der Nachbar aber nicht wissen. Für viele alte Menschen ist es zudem schwer, fremde Hilfe anzunehmen. Oft trauen sie sich auch nicht, alleine irgendwo hinzugehen. Hinzu kommen Probleme bei der Fortbewegung. Man ist in Geseke nicht so mobil wie in einer Großstadt. Nun zu den Bedürfnissen: Die meisten Senioren möchten mit ihren Eigenarten so angenommen werden wie sie sind. Sie erhoffen sich, dass sie angesprochen werden, dass jemand auf sie zugeht.

Stichwort „demographische Entwicklung“: Die Bevölkerung wird immer älter. Wie ist Geseke für die Zukunft aufgestellt?

Benkel: Vorbildlich. Wir sind kreisweit führend, was die Wohnformen für Senioren angeht. Politik und Stadtverwaltung unterstützen alle Angebote. Die Vielfalt der Pflegedienste ist bemerkenswert.

(Quelle: Der Patriot, 5. April 2011)

Fernsehbeitrag Mobiler Einkaufswagen Geseke

Ein Beispiel für die Malteserhilfe in Geseke: der Mobile Einkaufswagen
Ein Beispiel für die Malteserhilfe in Geseke: der Mobile Einkaufswagen
Konzept & Design: qpoint - Contentmanagement und Programmierung: BOOS:DV