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Malteser Geseke

„Wertvolles Zeugnis des Glaubens“

Malteser leisten 4.000 Helferstunden beim Sanitätsdienst zu Libori

31.07.2017
Die kleine Emma bekommt von der Helferin Melissa Strothmann aus Lage/Lippe ein Pflaster auf den Arm geklebt. Foto: Malteser/Breustedt.
Weihbischof Hubert Berenbrinker im Gespräch mit Rettungssanitäterin Judith Kaiser und Rettungshelfer Alexander Bade der Paderborner Malteser. Foto: Malteser/Kaiser
Weihbischof Dr. Dominicus Meier (3.v.l.) war Gast des Einsatzstabes am Kamp, von dem der Einsatz aller Malteser während des Liborifestes geplant und gesteuert wird. Mit auf dem Foto (v.l.): Volker Horenkamp (Gütersloh), Uwe Heidemann (Altenbeken), Tillman Castillo Romero (Dortmund), Annika Reitz (Paderborn), Thorsten Hess (Gütersloh), Eike Breustedt (Brakel). Foto: Malteser/Kaiser
(hinten v.l.) Annika Reitz aus Paderborn, Stefanie Schmidt (Borchen), Robert Peters (Höxter) und (vorne) Nevio Schmidt (Borchen) sind gleich mehrere Tage im Einsatz im Sanitätsdienst bei Libori. Foto: Malteser/Vormittag.
Die Erstversorgungstrupps, wie hier (v.l.) Daniel Scherf aus Dortmund, Cornelia Brune (Rheda-Wiedenbrück) und Jan-Niklas Koch (Paderborn), laufen an allen Kirmestagen Streife über das Gelände. Foto: Malteser/Breustedt.
Helfer vor einer Sanitätsstation: (v.l.) Norman Mundhenke, Melissa Strothmann, Mats Hilgenstock, Elisabeth Wiemann, Alexander Hoffmann, Sven Röttger aus Lage/Lippe. Foto: Malteser/Breustedt
Im Einsatz für den Dienst am Nächsten: (v.l.) Raphael Schlichter (Paderborn), Jasmin Kosfeld (Gütersloh), Astrid Heinen (Büren), Julia Gödde (Büren), Markus Schäfer (Büren). Foto: Malteser/Schulz
Als Notärzte waren (v.l.) Dr. Egon Hohenberger (Querfurt), Dr. Max Koch (Borchen), Dr. Albert Bosserhoff (Steinheim) und Dr. Michael Hillebrand (Bochum) im Einsatz. Foto: Malteser/Vormittag

Erzbistum Paderborn. Häufig nimmt man sie nicht wahr, denn sie verrichten ihren Dienst im Hintergrund. Und eigentlich ist es auch gut, dass man sie nicht sieht. Denn wenn man die Malteser dann doch wahrnimmt, ist etwas passiert und ein Mensch braucht ihre Hilfe. 203 Malteser haben in Paderborn während der Libori-Woche im Hohen Dom, am Liboriberg, Rathausplatz und am Pottmarkt ihren unauffälligen, aber umso wertvolleren Dienst geleistet. Gemeinsam waren sie rund 4.000 Stunden ehrenamtlich im Einsatz und haben dabei über 200 Menschen geholfen.

Es ist Donnerstag, der 27. Juli. Nach den regnerischen vergangenen Tagen steigt mit der Temperatur auch die Stimmung, steigen die Besucherzahlen auf dem Liborifest. Auch rund um den Liboriberg, wo die Malteser eine große Sanitätsstation aufgebaut haben. Gegen 17 Uhr geht per Funk ein Notruf ein: Ein älterer Mann, augenscheinlich stark alkoholisiert, ist vor einem Fahrgeschäft zusammengeklappt. Sofort macht sich ein Erstversorgungstrupp der Malteser auf den Weg und bringt den Mann mithilfe einer Trage zur Sanitätsstation. Dort wird er von Malteser Notarzt Dr. Egon Hohenberger untersucht. Eine Geschichte, wie sie bei einem Volksfest wie Libori keine Seltenheit ist. Doch diese eine, erinnert sich Dr. Hohenberger, war dann doch etwas Besonderes: Denn nach erster Untersuchung stellt sich heraus, dass der Patient nur zwei Bier getrunken hatte. Auf Fragen antwortet er flüssig, wirkt orientiert. Daraufhin wird ein EKG geschrieben. Dessen Ergebnis zeigt, dass die Einsatzkräfte manchmal zweimal hinschauen müssen: Der Mann hatte soeben einen lebensbedrohlichen Herzinfarkt. Durch das schnelle und richtige Eingreifen der Malteser konnte diese Erkrankung schnell erkannt und der Patient ins Krankenhaus gebracht werden.

„Natürlich war unser Einsatz personell stark besetzt. Mit unseren Sanitätsstationen auf dem Liboriberg, am Rathaus und dem Pottmarkt sowie den Fußstreifen, so genannten Erstversorgungstrupps, waren wir für alle Eventualitäten gerüstet“, sagt Malteser Einsatzleiter Tillman Castillo Romero. Beim Sanitätsdienst war er dafür verantwortlich, dass alle Räder ineinandergreifen. Dass die Anzahl der Hilfeleistungen im erwarteten Rahmen blieb, zeige wieder einmal, was für ein ruhiges Familienfest Libori trotz hoher Besucherzahl und bester Feierstimmung doch sei.

Dennoch hatten die Malteser alle Hände voll zu tun, wie die Statistik zeigt: Bei aller „Ruhe“ verzeichneten die insgesamt 203 Helfer ungefähr 20 Hilfeleistungen pro Tag. „Von Wespenstichen, über Prellungen, Schürfwunden und Schnittverletzungen aufgrund von Stürzen bis hin zu Herzinfarkten – das waren die Ursachen für so manchen Einsatz“, bilanziert Tillman Castillo Romero. Die ehrenamtlich besetzten Rettungs- und Krankenwagen der Malteser mussten rund 30 Liboribesucher zur Weiterbehandlung in Kliniken transportieren. In der Spitze waren 70 Helfer gleichzeitig in allen vier Einsatzabschnitten im Einsatz. Stickige Luft, Weihrauch, viele Menschen auf engem Raum: Auch im Dom waren die Malteser vereinzelt gefragt, wenn es zu Kreislaufproblemen kam.

Im Einsatz war auch die 28-jährige Annika Reitz aus Paderborn: „Ich war neun Tage als Helferin dabei, weil es Spaß macht, gemeinsam Menschen zu helfen. Es tut einfach gut, anderen beizustehen und so viele „alte“ Bekannte im Einsatz auf Libori zu treffen“, fasst sie zusammen, wieso sie so engagiert dabei war und einen Teil ihres Urlaubs geopfert hat.

Stadt, Kreis und Erzbistum danken Maltesern im Libori-Dienst

„Libori ist nur mit dieser ehrenamtlichen Hilfe möglich. Ihr seid die stillen Begleiter, die immer sofort zur Stelle sind“, lobte Bürgermeister Michael Dreier die Einsatzkräfte. Ebenso wie Landrat Manfred Müller war es ihm ein besonderes Anliegen sich persönlich bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern des Malteser Hilfsdienstes zu bedanken. Die Stadt Paderborn könne stolz auf die Helfer sein, die ehrenamtlich fast rund um die Uhr für das Liborifest zur Verfügung stehen, so der Bürgermeister.

Auch zwei Vertreter des Erzbistums besuchten die Helfer: Weihbischof Hubert Berenbrinker und Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB dankten bei einem Besuch auf dem Liboriberg und im Einsatzstab am Kamp den Maltesern für ihren verantwortungsvollen Einsatz und Dienst am Nächsten. Die beiden Weihbischöfe zeigten sich beeindruckt, mit wie viel Engagement und Know-how die zahlreichen Ehrenamtlichen der Malteser sich einbringen und so ein frohes Fest ermöglichen. „Es ist ein wertvolles Zeugnis des Glaubens, dass Sie sich in dieser Weise für den Nächsten engagieren und sich für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen einsetzen. Mit Ihrem Dienst machen Sie die Freundschaft Gottes zu den Menschen zeichenhaft sichtbar“, so die Weihbischöfe ausgehend vom Leitwort des diesjährigen Liborifestes „Freundschaft ist heilig“.

Weihbischof Hubert Berenbrinker besuchte am Mittwoch die Malteser auf dem Liboriberg und Weihbischof Dr. Dominicus Meier war am Donnerstag Gast des Einsatzstabes am Kamp, von dem der Einsatz aller Malteser während des Liborifestes koordiniert wird. Beide zeigten sich in Begegnung und Gespräch beeindruckt von den leistungsfähigen Strukturen der Malteser. Diese hatten beide schon bei den Lourdeswallfahrten der Malteser in 2016 bzw. in 2017 miterlebt.

Stabsarbeit 2.0

Zum ersten Mal haben die Malteser den Sanitätsdienst zu Libori mit einem sogenannten Einsatzstab geführt. Zur Unterstützung kam dabei das Einsatzführungssystem „Lumis“ zum Einsatz. „Die Kommunikation zwischen den Einsatzstab und den einzelnen Einsatzabschnitten wird hierdurch deutlich vereinfacht“, so Tillman Castillo Romero. „Und das entlastet auch den Funkverkehr.“ Schriftliche Meldungen können direkt abgesetzt werden und erreichen schnell und einfach den richtigen Adressaten. Auch ein Modul zur Patientenerfassung werde genutzt, so der Einsatzleiter. Neben der Einsatzsoftware kam darüber hinaus auch eine digitale Helfererfassung zum Einsatz. „Auch das neue Barcodesystem zur Helferregistrierung ist gut bei unseren Helfern angekommen“, so Castillo Romero. Alle Helferinnen und Helfer erhielten hierzu einen persönlichen Dienstausweis.

Aus dem gesamten Erzbistum Paderborn und darüber hinaus sind Malteser Helfer für den Liborieinsatz zusammengekommen. Sie stammen aus Altenbeken, Belecke, Bochum, Borchen, Brakel, Büren, Dortmund, Essen, Geseke, Gütersloh, Hövelhof, Höxter, Lage/Lippe, Lennestadt, Lippstadt, Melle, Menden, Paderborn, Ratingen, Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Schwerte, Steinheim und Werl/Soest. Unterstützt wurden sie von Helfern der Johanniter.    

Weitere Informationen

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