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Malteser Geseke

Mobiler Einkaufswagen

Menschen, die aufgrund ihres Alters oder einer Behinderung nicht mehr selbst mobil sein können, helfen die Malteser in Geseke. Einmal in der Woche fahren Ehrenamtliche nach vorheriger Anmeldung mit Senioren zum Einkaufen. Nach einem gemütlichen Kaffeeplausch geht es dann mit gefüllten Einkaufstaschen zurück. Dass auf Wunsch die Einkäufe dabei bis ins Haus getragen werden, versteht sich von selbst.

Eine große Familie

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Kaufen, klönen, lachen: Unterwegs mit dem Mobilen Einkaufsdienst

Artikel aus "Geseker Zeitung" vom 11.05.2013 von Dominik Friedrich

GESEKE - „Wir sind mittlerweile eine große Familie“, sagt Wolfgang Strach. Es ist Mittwochnachmittag, kurz nach zwei. Der Koordinator des Mobilen Einkaufsdienstes der Malteser und des Seniorenbeirates steckt gerade die Route ab für die heutige Tour. Wegen des Feiertages fährt der Dienst in dieser Woche nicht wie gewohnt am Donnerstag, sondern am Mittwoch. Während Strach die Adress-Kärtchen der angemeldeten Senioren sortiert, kommen Wolfgang Hengsbach und Franz Grote ins Malteser-Haus. „Ihr habt heute nur sechs Kunden“, ruft Strach den beiden Fahrern zu.

Strach, Grote und Hengsbach sind drei von sieben ehrenamtlichen Helfern, die Woche für Woche für den Dienst im Einsatz sind. „Wir machen das gerne. Die Leute sind unheimlich dankbar“, erzählt Grote. Strach nickt. „Wir sind eine wunderbare Truppe. Das flutscht.“ Und wie: Sofort ist der Malteser-Kleinbus startklar. Die automatisch ausfahrbare Einstiegshilfe funktioniert, der Tank ist voll. Hildegard Weier ist die erste, die an diesem Mittwoch zusteigt. „Haben sie ordentlich Kirmes gefeiert?“, fragt Grote, während Hengsbach der Seniorin ins Fahrzeug hilft. „Wieso, weil ich so wackelig gehe?“, kontert die 87-Jährige ganz schlagfertig. Die Gesekerin hat seit dem Start des Angebots im Jahr 2010 noch keine Fahrt verpasst. „Ich bin alleine. Das Einkaufen, aber vor allem auch die Unterhaltung, sind mir wichtig“, erklärt sie. Sicher lenkt Grote den Bus durch die engen Gassen der Innenstadt. „Man kennt bald jeden Schleichweg“, sagt Hengsbach.

Stammgast ist auch Gisela Tiedemann. Die Gesekerin steht schon an der Straße, als Grote vorfährt. „Die hat Angst, dass sie nicht mitkommt“, sagt Hildegard Weier und lacht. „Ich freue mich jedes Mal, wenn es los geht. Ich habe so schon viele Freunde kennengelernt“, berichtet Gisela Tiedemann. Neben ihr sitzt Heinz Bendig. Der 72-Jährige wohnt im Geseker Süden. „Alleine schaffe ich es nicht bis hinunter in die Stadt. Ich kaufe heute alles, was ich für die Woche brauche“, erzählt er. Ähnlich geht es Ingeborg Debitz. „Das Laufen fällt mir ganz schwer. Für mich ist schon der Weg zur Apotheke eine Weltreise“, sagt die 84-Jährige, während sie im Bus Platz nimmt.

Noch fehlen zwei Stammkunden an diesem Nachmittag. Einer ist Christa Sickmann. Als die 78-Jährige aus dem Haus kommt, läuft ihr Hengsbach schon entgegen und nimmt sie in den Arm. „Da ist ja mein Maiglöckchen“, ruft er. „Sonst sagt er immer Mäuschen zu mir“, verrät die Seniorin. Dann steigt Theo Möller ins Einkaufs-Taxi. „Das ist der Star der Truppe“, erzählt Grote. Während der 78-Jährige mit seinem derben Humor für Stimmung sorgt, nimmt der Bus Kurs aufs Einkaufszentrum am Lindenweg. „Habt ihr alle euren Chip für den Wagen?“, fragt Hengsbach beim Aussteigen. Sechs Mal die gleiche Antwort: „Ja, natürlich“. „Na dann, guten Einkauf.“

Sofort schwärmen die Senioren aus. „Wir lassen sie jetzt erstmal ein bisschen in Ruhe“, erklärt Hengsbach. „Die wollen nicht, dass ein Wachhund dabei ist.“ So ganz aus den Augen lassen Hengsbach und Grote ihre „Einkaufsfamilie“ dann aber doch nicht. Mal tragen sie die schweren Getränkeflaschen in den Einkaufswagen, mal helfen sie an der Kasse beim Bezahlen, mal auch beim Wagen-Schieben. „Die neuen Wagen sind so hoch und so schwer“, findet Ingeborg Debitz. „Wir sind einfach zu klein dafür“, scherzt Christa Sickmann. Nach einer halben Stunde hat die 78-Jährige ihren Korb voll. Obst, Würstchen, Kartoffeln, Käse und ihr Lieblingseis, Sorte Tahiti Vanille, mit Schokoladenstückchen, verstaut in einer Extra-Kühltasche: „Sehen Sie mal, wie sollte ich das alles alleine in den zweiten Stock tragen?“, fragt sie. Zum Glück gibt es den Einkaufsdienst. „Wir tragen die Taschen bis vor die Wohnungstür“, berichten Hengsbach und Grote.

Während die Senioren weiter in den Regalen stöbern, folgen die beiden ihrem wöchentlichen Ritual. Im kleinen Café der Supermarkt-Bäckerei trinken sie eiskalten Kakao. Und dazu gibt es ein trockenes Brötchen. Nach und nach trudeln auch die Senioren im Café ein, bestellen Kaffee oder Kakao. „Brauchst Du Zucker?“, wird Theo Möller gefragt. „Brauche ich nicht, bin auch so süß“, antwortet er ganz trocken. Die ehrenamtlichen Helfer lauschen dem Senioren-Plausch noch eine ganze Weile. Die Rückfahrt kann ruhig noch warten. „Wir treiben keinen. Bei uns soll das Einkaufen ein Genuss sein“, erklärt Strach. - df

Erfolgsstory mit Vorbildcharakter

Artikel aus der GESEKER ZEITUNG vom 11.05.2013 von Dominik Friedrich

Es sind schon beeindruckende Zahlen, die Koordinator Wolfgang Strach nach gut zweieinhalb Jahren "Mobiler Einkaufsdienst" vorlegen kann. Fast 1500 Kunden haben die sieben Fahrer der Malteser und des Seniorenbeirates schon zum Einkaufszentrum am Lindenweg gefahren. Das macht rund 7000 gefahrene Kilometer und über 600 Stunden ehrenamtliche Arbeit für die Helfer. Rund 20 Stammkunden lockt der kostenlose Service Woche für Woche. Immer wieder bekommen die Organisatoren Anfragen aus anderen Kommunen, die das Konzept gerne übernehmen möchten. "Man kann schon sagen, dass wir Vorreiter sind hier in der Region", sagt Strach nicht ohne Stolz. Der Dienst fährt immer donnerstags ab 14:30 Uhr. Anmeldungen sind unter Tel. (02942) 79 93 05 möglich.   df

Donnerstags ist Senioreneinkauf

Die Malteser in Geseke stellten einen Einkaufsdienst für Senioren auf die Beine

Artikel aus "Der Dom" Nr. 5 vom 05.02.2012 von Richard Schleyer

Der Seniorenbeirat der Stadt Geseke hatte eine Umfrage angeregt. Was wünschen sich die Senioren der Stadt am Hellweg? So lautete die Leitfrage. Und ein Ergebnis war: Gerade jenen, die nicht mehr gut zu Fuß sind, fällt das Einkaufen schwer. Sie wünschten sich eine Art Einkaufsservice.

<p">Als dieser Wunsch an Maria Benkel, die stellvertretende Stadtbeauftragte der Malteser in Geseke, auch direkt und persönlich herangetragen wurde, entschloss sich diese, zu handeln. Sie organisiert als Leiterin der Sozialen Dienste bei den Maltesern auch ein Seniorenfrühstück. Und da klagten ältere Damen bei ihr, dass sie ihre Einkaufsmöglichkeit verloren hätten. Der Herr, der sie einmal in der Woche zur Einkaufstour mitnahm, war gestorben. Maria Benkel hörte sich um und erfuhr, dass andere Senioren ähnliche Probleme hatten. Sie besprach sich mit ihrem Kollegen Wolfgang Strach und dieser hielt die Idee eines Einkaufsdienstes für ältere Mitbürger für machbar. Mit dem Seniorenbeirat zusammen wurde dann das Konzept des "Mobilen Einkaufswagens" entwickelt.

Im Oktober 2010 kurvte zum ersten Mal der Malteser-Bulli durch die Straßen Gesekes und bis in die Ortsteile, um Senioren zur Einkaufsfahrt abzuholen. Erst hatte Maria Benkel Sorge, ob ihr Angebot auch angenommen würde. Doch es meldeten sich so viele, dass der Bulli zwei Touren fahren musste. Seither rollt der Malteser-Kleinbus jeden Donnerstab am 14 Uhr durch Geseke und gegen 17 Uhr wieder zurück, jedesmal zwei Touren. Etwa 20 feste Stammkunden hätte der Mobile Einkaufswagen inzwischen, erzählt Wolfgang Strach. Jede Woche nutzen acht bis 15 Senioren den Dienst, 550 Personen wurden im Jahr 2011 insgesamt transportiert. Die Damen und Herren, die abgeholt werden wollen, melden sich telefonisch bei den Maltesern.

Über den Seniorenrat hatten die Malteser ein Team von sieben ehrenamtlichen Fahrern gewonnen, rüstige Herren im Ruhestand. Auch Maria Benkel reihte sich in die Fahrerriege ein. Es haben sich feste Teams von jeweils einem Fahrer und einem Beifahrer gebildet. Einmal im Monat werden die Dienstpläne für den kommenden Monat festgelegt; meist fahren die Teams nach einer festen Reihenfolge. Jeder Fahrer kann sich somit darauf einstellen, dass er einmal im Monat dran ist. "Das reicht", meint Maria Benkel, "wir dürfen das ehrenamtliche Engagement nich überdehnen". Ist sie doch froh, mit dem "Mobilen Einkaufswagen" auch einige Männer gewonnen zu haben. "In soziale Dienste drängen Männer normalerweise nicht so rein. Aber Bulli fahren, das ist schon was für einen gestandenen Mann!"

Und auch den Herren macht ihre Aufgabe Spaß. Wie vollendete Kavaliere geleiten sie die Damen von deren Wohnung zum Bulli und zurück, helfen ihnen beim Einkaufswagen schieben, tragen ihnen die Taschen und Wasserkisten ins Haus und liefern sogar Handtaschen und sonstige Utensilien frei Haus nach, die manchmal im Malteser-Fahrzeug vergessen werden. Diemal erweisen sich aber die beiden Fahrer als vergesslich. Beim Aussteigen entdeckt Johanna Blanke, dass ihre zweite Einkaufstasche fehlt, die blaue. "Die steht bestimmt noch am Fenster im Supermarktbistro. Dort habe ich sie gesehen", tröstet Gerd-Uwe Dreyer. Frau Blanke nimmt es mit Humor und freut sich über die Extra-Fahrt durch Geseke, die ihr somit beschert wird.

Diese Fahrten genießen die Senioren besonders, neben dem Einkaufen und dem anschließenden Kaffeetrinken im Supermarktbistro. Viele könnnen sich nur noch mit Rollator oder Krücken fortbewegen. "Die kommen nicht mehr viel herum", erklärt Maria Benkel. Und aus dem Bulli heraus entdecken sie, dass an einer Ecke Bäume gefällt wurden, dort eine Pizzeria neu aufgemacht und hier eine Drogerie geschlossen hat. Und schon ergibt sich während des Fahrens neuer Gesprächsstoff.

Theo Möller, der einzige Herr in der Runde, nimmt denn auch den "Mobilen Einkaufswagen" weniger des Einkaufens wegen in Anspruch, sondern wegen der Geselligkeit: "Ich bin sonst viel allein, komme kaum aus dem Haus", klagt der gehbehinderte Junggeselle. Und so freut er sich schon jeden Donnerstag darauf, dass die Malteser bei ihm klingeln. Er will bei der ersten Tour sein, die abgeholt wird und bei der letzten, die nach Hause gefahren wird. Damit er die Zeit im Bistro möglichst lange genießen kann. Sogar sein Neffe hat ihn diesmal dort besucht. In Geseke, so berichtet Maria Benkel, hat es sich inzwischen herumgesprochen, dass die Malteser am Donnerstagnachmittag zum Einkaufen fahren. Und Bekannte der mitfahrenden Senioren, die sich selbst noch fit genug fühlen, selber einkaufen zu gehen, nutzen die Gelegenheit, ebenalls zu einem Plausch im Supermarktbistro zu erscheinen.

Auch die achtzigjährige Irmgard Ruhose ist jeden Donnerstag dabeil Sie freut sich darauf, mit den Maltesern in Ruhe Einkaufen zu können und nicht hetzen zu müssen. "Unsere Töchter sind immer in Zeitnot." So bestätigen die anderen. "Da heißt es: Mama, beeil dich, Mama, komm weiter." Solche Hetze im Supermarkt vertragen die älteren Damen nicht mehr. Und Zeit, einen Kaffee zu trinken, haben ihre Töchter und Schwiegertöchter schon gar nicht. Deshalb ist für die alten Damen der gemütliche Einkaufsnachmittag mit den Maltesern ein Höhepunkt der Woche, wie auch Oma Christa Sickmann ausdrücklich bestätigt.

Maria Benkel ist solz darauf, dass die Geseker Malteser ihren Einkaufsdienst völlig kostenlos anbieten können. Selbst kleine Geschenke oder mal eine Tasse Kaffee sollen die Fahrer nicht annehmen. "Das schaukelt sich hoch und jede der Damen meint, auch etwas geben zu müssen." Auf die Standardfrage mancher Damen, ob sie ihm nicht etwas Gutes tun könnten, antwortet Fahrer Bernd Luckner nur: "Fahren Sie mit uns wieder mit. Damit machen Sie mir die größte Freude!"

Volle Tüten und ein Lächeln im Gesicht

Malteser Geseke stellen den "Mobilen Einkaufswagen" vor

Artikel aus "DER PATRIOT" Okt. 2010

Kooperation mit dem Seniorenbeirat. Das WDR-Fernsehen berichtete in der Lokalzeit Südwestfalen am 22. Oktober.

Damit der ganz normale Alltag zumindest einmal die Woche wieder zum Erlebnis wird, haben die Geseker Malteser und der heimische Seniorenbeirat einen speziellen Einkaufsdienst für ältere Mitbürger ins Leben gerufen.

Endlich wieder in Ruhe durch die Einkaufsmärkte schlendern, in den Regalen stöbern und die schweren Getränkekisten von netten Helfern bis ins Haus tragen lassen - dieses Angebot nahmen am Donnerstag gleich zum Startschuss des neuen Einkaufsservices vier Geseker Senioren in Anspruch. Ab 14.30 Uhr wurden sie mit dem Mannschaftswagen der Malteser vor ihren Haustüren abgeholt und bis zum Einkaufszentrum am Lindenweg gefahren. „Ich finde das Angebot ganz toll. Endlich hat man wieder Zeit, in Ruhe einzukaufen“, berichtete Ursula Fuchs mit einem Lächeln im Gesicht. Die 76-Jährige ist nicht mehr gut zu Fuß. Bislang war sie beim Einkaufen immer auf ihre Schwester angewiesen. „Da muss es zumeist sehr schnell gehen“, erzählte die Gesekerin. Jetzt bleibt bis zur Abfahrt sogar noch Gelegenheit zu einem Pläuschchen im Café.

Die Geselligkeit ist es auch, die Elisabeth Ritz an dem neuen Angebot schätzt. Die Seniorin hat vor einem Jahr ihren Mann verloren. „Von zuhause bis zum Supermarkt sind es über zwei Kilometer. Alleine wäre ich deshalb nicht in der Lage, hierher zu kommen. So komme ich wenigstens mal wieder unter Leute“, sagte sie. In den Märkten gab es dann kein Halten mehr für die Seniorinnen. Aufschnitt, Fleisch, Obst, Gemüse oder Getränke: In aller Ruhe füllten sie die Einkaufswagen, und an der speziell eingerichteten Seniorenkasse mussten sie schließlich nicht mal eine Wartezeit in Kauf nehmen.

Zufrieden mit dem ersten Einkaufstag waren auch die Organisatoren der Malteser und des Seniorenbeirates. „Vier Seniorinnen waren für den Anfang ganz gut“, fand Fahrer Wolfgang Strach. „Das werden in den kommenden Wochen bestimmt noch mehr. Die Geseker lassen gerne erstmal andere probieren“, ergänzte die stellvertretende Malteser-Stadtbeauftragte Maria Benkel. Ab sofort fährt der mobile Einkaufsdienst immer donnerstags um 14.30 Uhr. Bereit steht ein achtköpfiges Team, das die Senioren auf Wunsch den ganzen Nachmittag begleitet. Die Helfer, allesamt rüstige Rentner aus Geseke und den Ortsteilen, haben extra für den Service einen Erste-Hilfe-Kurs und ein Fahrsicherheitstraining absolviert. Anmeldungen für die Fahrten nimmt das Team unter Tel. (0 29 42) 79 93 05 entgegen

WDR Fernsehbericht über unseren Mobilen Einkaufswagen

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